Öl im Bach entdeckt: Spezialisten reinigen Leitung – mögliche Schäden an Tieren unklar

(Kanton St.Gallen SG). Am Dienstagnachmittag (03.11.2026) ist eine Gewässerverschmutzung festgestellt worden.

Gemäss aktuellen Erkenntnissen dürfte Öl über eine Meteorwasserleitung in ein Gewässer gelangt sein. Die Feuerwehr errichtete eine Ölsperre. Das verunreinigte Wasser wurde abgesaugt und der betroffene Schacht gereinigt.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Gewässerverschmutzung durch mutmasslichen Öleintrag.
  • Gebiet: Kanton St.Gallen; genaue Gemeinde in der Mitteilung nicht genannt.
  • Datum: Dienstag, 3. November 2026.
  • Alarmierung: Kurz vor 17.00 Uhr.
  • Betroffenes Gewässer: Seitenbach kurz vor dessen Einmündung in den Binnenkanal.
  • Mutmasslicher Eintragsweg: Meteorwasserleitung.
  • Festgestellter Schacht: Meteorschacht auf einem Firmenareal.
  • Erste Massnahme: Feuerwehr errichtet eine Ölsperre.
  • Weitere Sicherung: Ein Ballon im Schacht unterbindet den weiteren Zufluss.
  • Reinigung: Verunreinigtes Wasser abgesaugt und Meteorwasserleitung gereinigt.
  • Einsatzkräfte: Kantonspolizei St.Gallen, Feuerwehr, Umweltschadendienst und Fischereiaufsicht.
  • Umweltfolgen: Mögliche Auswirkungen auf Flora und Fauna werden beobachtet.

Öl gelangt mutmasslich über Meteorwasserleitung in einen Bach

Kurz vor 17 Uhr erhielt die Notruf- und Einsatzleitzentrale St.Gallen die Meldung von einer Gewässerverschmutzung in einem Seitenbach kurz vor dessen Einmündung in den Binnenkanal. Die aufgebotene Feuerwehr errichtete eine Ölsperre. Gleichzeitig klärten die Einsatzkräfte ab, woher die Verschmutzung stammte. Im Verlauf der Abklärungen konnte der betroffene Meteorschacht auf einem Firmenareal ausfindig gemacht werden. Im entsprechenden Schacht wurde ein Ballon eingesetzt, um den weiteren Zufluss zu unterbinden. Anschliessend wurde das verunreinigte Wasser abgesaugt und die Meteorwasserleitung gereinigt.

Umweltschadendienst und Fischereiaufsicht im Einsatz

Im Einsatz standen mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St.Gallen, die zuständige Feuerwehr, der Umweltschadendienst des Kantons St.Gallen sowie die Fischereiaufsicht. Die möglichen Auswirkungen auf Flora und Fauna werden beobachtet.

 

Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Bildquelle: Kantonspolizei St.Gallen


Polizei.news | Gewässerschutz und Ölverschmutzung

Öl im Bach: Warum schon kleine Mengen problematisch sein können – und wie man richtig handelt

Gelangen Öl, Treibstoff oder andere wassergefährdende Flüssigkeiten in einen Bach, können sie sich mit der Strömung rasch ausbreiten. Besonders tückisch ist der Weg über Meteorwasserleitungen: Diese dienen der Ableitung von Niederschlagswasser und können direkt in ein Gewässer münden. Wer die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen kennt, kann helfen, Verunreinigungen zu verhindern.

1. Meteorwasserleitungen sind keine Abwasserkanäle

Ein Meteorschacht nimmt Oberflächenwasser auf, beispielsweise Regenwasser von Strassen, Plätzen oder befestigten Arealen. Je nach Entwässerungssystem fliesst dieses Wasser über eine Leitung in einen Bach oder ein anderes Gewässer.

Anders als verschmutztes Abwasser durchläuft Meteorwasser nicht zwangsläufig eine Abwasserreinigungsanlage. Deshalb dürfen Öl, Reinigungsmittel, Farben und andere problematische Flüssigkeiten niemals in einen solchen Schacht gelangen.

2. Weshalb Öl für Gewässer gefährlich ist

Viele Öle schwimmen auf der Wasseroberfläche und können dort einen dünnen Film bilden. Je nach Stoff, Menge und Umweltbedingungen kann dies den Sauerstoffaustausch beeinflussen und Wasserorganismen beeinträchtigen.

Besonders empfindlich sind unter anderem Fische, wirbellose Wassertiere und deren Lebensräume. Auch Uferbereiche und Pflanzen können betroffen sein. Die tatsächlichen Folgen einer Verschmutzung lassen sich erst durch entsprechende Beobachtungen und fachliche Untersuchungen beurteilen.

3. Wie funktioniert eine Ölsperre?

Eine Ölsperre dient dazu, auf der Wasseroberfläche schwimmende Stoffe zurückzuhalten oder ihre Ausbreitung einzugrenzen. Die Feuerwehr kann dafür besondere Sperren im Gewässer platzieren.

Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Strömung, Wasserstand und den Eigenschaften der ausgetretenen Flüssigkeit ab. Zur Entfernung der zurückgehaltenen Stoffe können zusätzliche Mittel eingesetzt werden, beispielsweise Saugfahrzeuge oder geeignete Ölbindemittel.

4. Warum ein Schacht mit einem Ballon verschlossen wird

Bei einem Eintrag über das Entwässerungssystem ist es entscheidend, den weiteren Zufluss möglichst rasch zu stoppen. Dazu können Einsatzkräfte spezielle Rohrabsperrblasen verwenden, die innerhalb einer Leitung aufgeblasen werden.

So lässt sich ein Leitungsabschnitt vorübergehend absperren. Das verunreinigte Wasser kann anschliessend kontrolliert abgesaugt und die Leitung gereinigt werden. Solche Arbeiten müssen durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen erfolgen, damit keine zusätzlichen Gefahren oder Schäden entstehen.

5. Ölverschmutzungen auf Firmenarealen vorbeugen

Auf betrieblichen Arealen können beispielsweise Fahrzeuge, Maschinen und gelagerte Betriebsstoffe ein Risiko für die Entwässerung darstellen.

Wassergefährdende Flüssigkeiten sollten in dafür geeigneten Behältern und an sicheren Lagerorten aufbewahrt werden. Auffangvorrichtungen und eine klare Kennzeichnung der Schächte können helfen, versehentliche Einleitungen zu verhindern. Betriebe sollten zudem wissen, welche Abläufe mit einem Gewässer verbunden sind und welche Massnahmen bei einem Leck sofort zu treffen sind.

6. Was tun, wenn ein Bach nach Öl riecht oder schillert?

Ein auffälliger Film auf dem Wasser, ungewöhnlicher Geruch, Verfärbungen oder tote Fische können Hinweise auf eine Gewässerverschmutzung sein. Allerdings lässt sich aus dem Erscheinungsbild allein nicht sicher auf einen bestimmten Stoff schliessen.

Melden Sie verdächtige Beobachtungen möglichst rasch der Polizei unter 117. Nennen Sie den Fundort, die Uhrzeit und die beobachteten Auffälligkeiten. Halten Sie Abstand zu unbekannten Substanzen und versuchen Sie nicht, das Wasser eigenmächtig mit Chemikalien zu behandeln oder die Verunreinigung wegzuspülen.

Gut zu wissen: Auch wenn eine Ölsperre eingerichtet und das verunreinigte Wasser abgesaugt wurde, müssen mögliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt gesondert beurteilt werden. Im vorliegenden Fall überwachen die zuständigen Fachstellen solche möglichen Folgen.

Praktischer Tipp: Prüfen Sie auf Ihrem Grundstück oder Firmenareal, wo sich Regenwasserschächte befinden. Fahrzeugwäsche, Ölwechsel und die Reinigung ölverschmutzter Gegenstände gehören nur an dafür geeignete und entsprechend ausgerüstete Orte. Alte Öle und Chemikalien müssen über die vorgesehenen Sammelstellen entsorgt werden.

Weitere Informationen: Meldungen über Gewässerverschmutzungen und Feuerwehreinsätze finden Sie auf Feuerwehr-News Schweiz.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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