Handy am Steuer fällt besonders auf: 69 Bussen und Verzeigungen nach A1- und A9-Kontrollen

(Lausanne VD). Vom 19. Oktober bis zum 1. November 2026 führte die Kantonspolizei Waadt auf dem gesamten Waadtländer Autobahnnetz eine Kontrollaktion unter dem Namen „Autobahnen“ durch.

Die Polizei warnt die Bevölkerung vor der Zunahme unangemessener Verhaltensweisen auf diesen Schnellverkehrsstrassen und erinnert alle Verkehrsteilnehmenden daran, dass die Einhaltung der Regeln eine grundlegende Voraussetzung für die Sicherheit aller ist.

Polizei.news | Kanton Waadt | Autobahnkontrollen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Grossangelegte Kontrollaktion auf Waadtländer Autobahnen.
  • Zeitraum: 19. Oktober bis 1. November 2026.
  • Kontrollgebiet: Gesamtes Autobahnnetz des Kantons Waadt.
  • Schwerpunkte: Autobahnen A1 und A9.
  • Eingesetztes Personal: 183 Angehörige der Kantonspolizei Waadt.
  • Kontrollen: Insgesamt 90.
  • Gezielte Präsenz: 83 Stunden.
  • Ordnungsbussen: 34.
  • Verzeigungsrapporte: 35.
  • Häufigster Verstoss: Ablenkung am Steuer.
  • Nebenbeschäftigungen beim Fahren: 18 Verzeigungen.
  • Handybenutzung: Neun Ordnungsbussen.
  • Fehlende Autobahnvignette: Zwölf Ordnungsbussen.
  • Weitere Verstösse: Zu geringe Abstände, Rechtsüberholen und Fahren zwischen Fahrzeugkolonnen.
  • Appell der Polizei: Verkehrsregeln beachten, Abstand halten und jede Ablenkung vermeiden.

Autobahnen: Strikte Einhaltung der Regeln als Voraussetzung für die Sicherheit aller

Auf Autobahnen sind gute Sichtverhältnisse und die strikte Einhaltung der Verkehrsregeln entscheidend, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Dennoch nehmen bestimmte gefährliche Verhaltensweisen zu: das Fahren zwischen Fahrzeugkolonnen, Spurwechsel ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmende, ungenügende Abstände in Fahrzeugkolonnen oder die Benutzung des Pannenstreifens, obwohl dieser nicht für den Verkehr freigegeben ist. Solche Verhaltensweisen verringern die Sicherheitsreserven, überraschen andere Fahrzeuglenkende und führen zu gefährlichen Situationen. Sie werden noch immer zu häufig verharmlost, obwohl bei diesen Geschwindigkeiten bereits ein einziger Vorfall eine unmittelbare Gefahr verursachen und die Autobahn zum Stillstand bringen kann, was sämtliche Verkehrsteilnehmenden beeinträchtigt.

Während dieser zwei Wochen standen 183 Mitarbeitende der Kantonspolizei Waadt im Einsatz, hauptsächlich auf der A1 und der A9, um die Einhaltung der Verkehrsregeln durchzusetzen und gefährliche Verhaltensweisen zu verhindern. Insgesamt wurden 90 Kontrollen durchgeführt, was 83 Stunden gezielter Polizeipräsenz entspricht. Dabei wurden 34 Ordnungsbussen ausgestellt und 35 Verzeigungsrapporte erstellt. Die Ablenkung am Steuer steht bei den festgestellten Verstössen deutlich an erster Stelle: 18 Verzeigungen wegen Nebenbeschäftigungen während der Fahrt und neun Ordnungsbussen wegen der Benutzung eines Mobiltelefons. Danach folgen das Fehlen einer Autobahnvignette (zwölf Ordnungsbussen) sowie ungenügende Abstände, Rechtsüberholen und das Fahren zwischen Fahrzeugkolonnen.

Die Polizei erinnert an einige einfache Regeln, die unmittelbar beachtet werden können:

  • Richten Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf die Strasse und bedienen Sie während der Fahrt kein Mobiltelefon;
  • Halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein;
  • Fahren Sie nicht zwischen Fahrzeugkolonnen hindurch;
  • Benutzen Sie niemals den Pannenstreifen.

Die Sicherheit auf Autobahnen zu gewährleisten bedeutet, Unfälle zu verhindern, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und einen flüssigen sowie sicheren Verkehr zu ermöglichen. Durch aufmerksames Verhalten und die Einhaltung der Regeln tragen alle Verkehrsteilnehmenden zur Sicherheit aller bei.

Präventionstipps sind auf der Website votrepolice.ch verfügbar.

 

Quelle: Kantonspolizei Waadt (aus dem Französischen übersetzt)
Bildquelle: Kantonspolizei Waadt


Polizei.news informiert | Sicherheit auf Autobahnen

Ablenkung, Abstand, Pannenstreifen: Gefahren erkennen

Die Ergebnisse der Waadtländer Autobahnkontrollen zeigen, dass Ablenkung am Steuer ein besonders häufig festgestelltes Problem bleibt. Doch auch zu geringer Abstand, unvorsichtige Spurwechsel und das verbotene Benutzen des Pannenstreifens können gefährliche Situationen auslösen. Auf Autobahnen verschärfen hohe Geschwindigkeiten die Folgen von Fahrfehlern. Die wichtigsten Sicherheitsregeln lassen sich mit einfachen Gewohnheiten im Alltag umsetzen.

1. Handy am Steuer: Sekunden können entscheidend sein

Wer bei Tempo 120 nur zwei Sekunden auf sein Mobiltelefon statt auf die Strasse schaut, legt in dieser Zeit rund 67 Meter zurück. Das entspricht mehr als einem halben Fussballfeld, ohne das Verkehrsgeschehen durchgehend zu beobachten. Bereits das kurze Lesen einer Nachricht kann dazu führen, dass ein Bremsmanöver oder ein Spurwechsel anderer Fahrzeuge zu spät erkannt wird. Stellen Sie deshalb Navigation und Musik vor der Fahrt ein und legen Sie das Mobiltelefon ausser Reichweite. Für längere Bedienvorgänge ist ein geeigneter Rastplatz aufzusuchen.

2. Sicherheitsabstand: Die Zwei-Sekunden-Regel

Ein ausreichender Abstand schafft Zeit, um auf unerwartete Bremsmanöver zu reagieren. Als einfache Orientierung dient die Zwei-Sekunden-Regel: Wählen Sie einen festen Punkt am Strassenrand und zählen Sie zwei Sekunden, sobald das vorausfahrende Fahrzeug ihn passiert. Erreichen Sie den Punkt früher, ist der Abstand zu gering. Bei 120 km/h entsprechen zwei Sekunden rund 67 Metern. Bei Regen, Schnee, schlechter Sicht oder ungünstigen Fahrbahnverhältnissen ist ein grösserer Abstand erforderlich. Entscheidend bleibt, dass Sie jederzeit sicher reagieren können.

3. Rechtsüberholen ist nicht dasselbe wie Rechtsvorbeifahren

In der Schweiz gilt auf Autobahnen grundsätzlich das Rechtsfahrgebot. Beim Überholen wird in der Regel links am anderen Fahrzeug vorbeigefahren. Das blosse Rechtsvorbeifahren auf dem eigenen Fahrstreifen kann unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein, beispielsweise bei dichtem Kolonnenverkehr. Verboten bleibt dagegen das gefährliche Rechtsüberholen durch Ausschwenken nach rechts und anschliessendes Wiedereinordnen nach links. Solche Fahrmanöver können andere Fahrzeuglenkende überraschen und schwere Unfälle verursachen. Wer überholen möchte, muss den Verkehr sorgfältig beobachten und ausreichend Abstand einhalten.

4. Nicht zwischen Fahrzeugkolonnen hindurchfahren

Besonders bei stockendem Verkehr können riskante Fahrmanöver entstehen. Wer zwischen dicht nebeneinanderfahrenden Fahrzeugkolonnen hindurchfährt, muss mit unerwarteten Spurwechseln, sich öffnenden Türen oder plötzlich veränderten Abständen rechnen. Das gilt insbesondere für motorisierte Zweiräder. In der Schweiz ist das Vorbeifahren zwischen Fahrzeugkolonnen mit Motorrädern grundsätzlich nicht erlaubt. Stattdessen sollten alle Verkehrsteilnehmenden ihre Spur halten, die Umgebung beobachten und auf unnötige Spurwechsel verzichten.

5. Der Pannenstreifen ist kein zusätzlicher Fahrstreifen

Der Pannenstreifen ist grundsätzlich für Notfälle und bestimmte Einsatzsituationen vorgesehen. Wer ihn benutzt, um an einem Stau vorbeizufahren, gefährdet möglicherweise Personen, die wegen einer Panne oder eines Unfalls dort anhalten mussten. In der Schweiz gibt es allerdings Autobahnabschnitte, auf denen der Pannenstreifen zeitweise ausdrücklich für den Verkehr freigegeben werden kann. Eine solche Freigabe wird durch die entsprechende Signalisation angezeigt. Ohne diese Freigabe darf der Pannenstreifen nicht als reguläre Fahrspur benutzt werden. Dies ist besonders bei stockendem Verkehr zu beachten.

6. Spurwechsel frühzeitig vorbereiten

Jeder Spurwechsel verlangt eine sorgfältige Kontrolle des umliegenden Verkehrs. Prüfen Sie die Rückspiegel, beachten Sie den toten Winkel und kündigen Sie den Spurwechsel rechtzeitig mit dem Blinker an. Das Blinken allein verschafft keinen Vortritt. Besonders bei dichtem Verkehr sollte auf kurzfristiges Ausschwenken in kleine Lücken verzichtet werden. Wer eine Ausfahrt erreichen möchte, sollte sich frühzeitig richtig einordnen. Wird eine Ausfahrt verpasst, ist es sicherer, bis zur nächsten Ausfahrt weiterzufahren, statt abrupt mehrere Fahrspuren zu wechseln.

7. Rettungsgasse frühzeitig bilden

Wenn sich auf einer Autobahn ein Stau bildet, muss eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden. Bei zwei Fahrstreifen entsteht sie zwischen den beiden Spuren. Bei drei oder mehr Fahrstreifen fahren die Fahrzeuge auf der äussersten linken Spur nach links, alle übrigen nach rechts. Die Rettungsgasse sollte bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden und nicht erst, wenn Blaulichtfahrzeuge hörbar sind. Der Pannenstreifen darf dabei nicht ohne Notwendigkeit blockiert werden. Eine funktionierende Rettungsgasse kann im Ernstfall wertvolle Zeit sparen.

Gut zu wissen: Die 34 Ordnungsbussen und 35 Verzeigungsrapporte aus den Waadtländer Kontrollen sind unterschiedliche polizeiliche Massnahmen. Eine Ordnungsbusse betrifft bestimmte, im Ordnungsbussenverfahren geregelte Verstösse. Verzeigungsrapporte führen dagegen zur weiteren Beurteilung durch die zuständigen Behörden. Die Gesamtzahlen erlauben keine Aussage darüber, wie häufig ein bestimmter Verstoss auf allen Autobahnfahrten vorkommt.

Praktischer Tipp: Machen Sie vor jeder Autobahnfahrt einen kurzen Sicherheitscheck: Mobiltelefon verstauen, Navigation einstellen, Sicherheitsabstand bewusst einhalten und die aktuelle Verkehrslage prüfen. Bei Stau bleiben Sie auf Ihrem Fahrstreifen, bilden rechtzeitig eine Rettungsgasse und benutzen Sie den Pannenstreifen nur, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist. Diese einfachen Regeln schützen Sie und andere Verkehrsteilnehmende.

Weitere Informationen: Aktuelle Meldungen über Autobahnkontrollen und gefährliches Fahrverhalten finden Sie auf Autobahn-News und bei Polizeinews Prävention.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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