Sicher von der Autobahn zur Raststätte: Sieben wichtige Tipps für Ausfahrten und Verzögerungsstreifen
Autobahnausfahrten und Zufahrten zu Raststätten erfordern besondere Aufmerksamkeit. Innerhalb kurzer Distanz wechseln die Anforderungen: Auf den schnellen Autobahnverkehr folgen oft engere Fahrspuren, Kurven und ein deutlich tieferes Tempo. Mit vorausschauender Fahrweise lassen sich gefährliche Situationen vermeiden.
1. Ausfahrt frühzeitig erkennen und vorbereiten
Wer eine Autobahnraststätte anfahren möchte, sollte die Wegweisung rechtzeitig beachten. Überraschende Spurwechsel oder abrupte Bremsmanöver kurz vor der Ausfahrt können gefährliche Situationen auslösen.
Ordnen Sie sich frühzeitig auf dem richtigen Fahrstreifen ein. Prüfen Sie dabei den Verkehr über die Spiegel und den Schulterblick. Verpassen Sie eine Ausfahrt, fahren Sie bis zur nächsten geeigneten Möglichkeit weiter. Rückwärtsfahren und Wenden sind auf Autobahnen verboten.
2. Geschwindigkeit vor engen Kurven anpassen
Auf Autobahnen dürfen Personenwagen unter geeigneten Bedingungen mit bis zu 120 km/h fahren. Auf Ausfahrten und Raststättenzufahrten sind häufig wesentlich tiefere Geschwindigkeiten erforderlich.
Reduzieren Sie das Tempo rechtzeitig und berücksichtigen Sie den Kurvenverlauf, die Sicht und die Fahrbahnbeschaffenheit. Auch ohne besondere Geschwindigkeitsbeschränkung muss das Fahrzeug jederzeit sicher beherrscht werden können.
3. Verzögerungsstreifen richtig benutzen
Ein Verzögerungsstreifen ermöglicht es, die Autobahn zu verlassen und die Geschwindigkeit auf die anschliessende Strassenführung anzupassen.
Wechseln Sie rechtzeitig und sicher auf den Ausfahrtsstreifen. Verlangsamen Sie anschliessend kontrolliert und beachten Sie die vorhandenen Signale. Vermeiden Sie plötzliches starkes Bremsen auf dem durchgehenden Autobahnfahrstreifen, sofern keine unmittelbare Gefahr besteht.
4. Leitplanken sind Schutzeinrichtungen – keine Ausweichfläche
Leitplanken sollen Fahrzeuge bei bestimmten Unfällen zurückhalten oder umlenken. Sie können schwere Unfallfolgen vermindern, sind aber kein ungefährliches Hindernis.
Ein Aufprall kann erhebliche Fahrzeugschäden verursachen. Je nach Geschwindigkeit, Anprallwinkel und örtlicher Konstruktion kann ein Auto auch auf eine Schutzeinrichtung geraten oder sich darauf verkeilen. Umso wichtiger sind vorausschauendes Fahren und das frühzeitige Anpassen der Geschwindigkeit.
5. Bei Regen und Nässe besonders vorsichtig sein
Auf nasser Fahrbahn kann sich der Bremsweg verlängern. In Kurven kann zudem die verfügbare Reifenhaftung geringer sein als auf trockenem Asphalt.
Reduzieren Sie bei ungünstigen Bedingungen die Geschwindigkeit und vergrössern Sie den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Achten Sie auf den Zustand der Pneus und vermeiden Sie hektische Lenk- oder Bremsbewegungen. Diese Hinweise dienen der allgemeinen Prävention; zur Fahrbahnbeschaffenheit beim konkreten Unfall macht die Polizei keine Angaben.
6. Nach einem Unfall zuerst die eigene Sicherheit beachten
Kommt ein Fahrzeug nach einem Unfall an einer Leitplanke oder an einem anderen Hindernis zum Stillstand, können weitere Gefahren entstehen. Das gilt besonders bei beschädigten, instabil stehenden oder schwer zugänglichen Fahrzeugen.
Schalten Sie soweit möglich die Warnblinkanlage ein. Verlassen Sie das Auto nur, wenn dies gefahrlos möglich ist, und begeben Sie sich an einen geschützten Ort. Halten Sie Abstand zum fliessenden Verkehr. Bei einer akuten Gefahr oder Verletzten alarmieren Sie die zuständigen Rettungskräfte.
7. Verkeilte Fahrzeuge nicht selbst bergen
Ein Auto, das auf einer Leitplanke oder einem Hindernis verkeilt ist, kann sich unerwartet bewegen. Zudem können beschädigte Fahrzeugteile und austretende Betriebsstoffe zusätzliche Risiken verursachen.
Versuchen Sie nicht, ein solches Fahrzeug eigenständig herunterzuziehen oder mit ungeeigneten Hilfsmitteln zu verschieben. Die Bergung sollte von entsprechend ausgerüsteten Fachpersonen durchgeführt werden. Je nach Fahrzeuglage kann dafür ein Kran erforderlich sein.
Gut zu wissen: Autobahnraststätten sind über besondere Zu- und Wegfahrten erreichbar. Die Strassenführung unterscheidet sich oft deutlich von der durchgehenden Autobahn. Wer erst unmittelbar vor einer Kurve abbremst, kann die erforderliche Geschwindigkeitsanpassung unterschätzen. Die konkrete Ursache des geschilderten Selbstunfalls lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Praktischer Tipp: Planen Sie auf längeren Fahrten Ihre Pausen bereits im Voraus. Wenn Sie eine Raststätte ansteuern, achten Sie frühzeitig auf die Ausfahrtssignale, ordnen Sie sich korrekt ein und passen Sie Ihr Tempo vor dem Kurvenbereich an. So bleibt mehr Zeit, auf die jeweilige Strassenführung zu reagieren.
Weitere Informationen: Meldungen über Unfälle und Ereignisse auf Schweizer Autobahnen finden Sie auf Autobahn-News.ch.