Vermisste Frau (77) nach langer Suche lebend gefunden – sie lag unter Brettern

(Ilanz GR). In Ilanz ist eine seit Mittwochabend vermisste 77-Jährige am Donnerstagmorgen nach einer aufwendigen Suchaktion aufgefunden worden.

Die leicht demente Frau lag unter Brettern in einem Holzunterstand.

Polizei.news | Kanton Graubünden | Täglich aktuell

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Grossangelegte Suche nach einer vermissten Frau.
  • Ort: Ilanz, Kanton Graubünden.
  • Vermisste Person: 77-jährige Frau mit leichter Demenz.
  • Vermisstmeldung: Mittwoch, 4. November 2026, kurz nach 21.15 Uhr.
  • Fund: Donnerstag, 5. November 2026, gegen 9.30 Uhr.
  • Fundort: Holzunterstand, unter Brettern.
  • Entscheidender Hinweis: Kam aus der Bevölkerung.
  • Gesundheitszustand: Die Frau war unterkühlt.
  • Medizinische Versorgung: Rettung Surselva brachte die Frau ins Spital nach Ilanz.
  • Einsatzkräfte: Mehr als 20 Personen beteiligt.
  • Suche am Boden: Polizeipatrouillen, Personensuchhunde und Retter des SAC.
  • Suche aus der Luft: Helikopter der Schweizer Luftwaffe und Polizeidrohnen.
  • Koordination: Gesamteinsatzleiter der Kantonspolizei Graubünden mit Führungsunterstützung.
  • Ergebnis: Die vermisste Frau konnte lebend gefunden werden.

Die Vermisstmeldung ging am Mittwochabend kurz nach 21.15 Uhr bei der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden ein. Daraufhin leiteten die Einsatzkräfte eine grossangelegte Suche am Boden und aus der Luft ein. Am Donnerstagmorgen wurde die Frau aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung gegen 9.30 Uhr in einem Holzunterstand unter Brettern aufgefunden. Ein Team der Rettung Surselva brachte sie in unterkühltem Zustand ins Spital nach Ilanz.

Gutes Zusammenspiel der Rettungsorganisationen

Seit Eingang der Vermisstmeldung standen über zwanzig Einsatzkräfte im Einsatz. Die terrestrische Suche erfolgte mit Personensuchhunden der Polizei und des Schweizer Alpen-Club SAC. Retter des SAC sowie Patrouillen der Kantonspolizei Graubünden unterstützten die Suche. Aus der Luft kamen ein Helikopter der Schweizer Luftwaffe und Polizeidrohnen zum Einsatz. Ein Gesamteinsatzleiter der Kantonspolizei Graubünden koordinierte die Suchaktion gemeinsam mit der Führungsunterstützung. Dank des Hinweises aus der Bevölkerung und des Zusammenspiels der beteiligten Organisationen konnte die Frau gefunden werden.

 

Quelle: Kantonspolizei Graubünden
Bildquelle: Kantonspolizei Graubünden


Polizei.news informiert | Vermisstensuche und Demenz

Demenz: Was tun, wenn ein Mensch vermisst wird?

Menschen mit einer Demenzerkrankung können Schwierigkeiten haben, sich räumlich und zeitlich zu orientieren. Auch vertraute Wege oder eine gewohnte Umgebung bieten dann nicht immer ausreichend Sicherheit. Wenn eine betroffene Person nicht mehr auffindbar ist, kann rasches Handeln entscheidend sein. Besonders bei Dunkelheit, tiefen Temperaturen oder gesundheitlichen Einschränkungen besteht die Gefahr, dass sich die vermisste Person verletzt, erschöpft oder unterkühlt. Angehörige und Betreuungspersonen können mit guter Vorbereitung dazu beitragen, eine Suche zu erleichtern.

1. Die Polizei möglichst früh verständigen

Wird eine Person mit Demenz vermisst und lässt sie sich nicht rasch im unmittelbaren Umfeld finden, sollte die Polizei frühzeitig informiert werden. In der Schweiz ist sie über die Notrufnummer 117 erreichbar. Bei einer akuten Gefährdung durch Dunkelheit, Kälte oder andere Umstände ist besondere Eile geboten. Angehörige müssen nicht erst stundenlang selbst suchen, bevor sie eine Vermisstmeldung machen dürfen. Die Polizei beurteilt die Situation und entscheidet, welche Suchmassnahmen notwendig sind.

2. Ein Notfallmäppchen vorbereiten

Für Menschen mit erhöhtem Risiko, sich zu verirren, empfiehlt sich ein vorbereitetes Notfallmäppchen. Darin können ein aktuelles Foto, eine Personenbeschreibung, Angaben zur Kleidung, wichtige gesundheitliche Informationen und Telefonnummern von Angehörigen aufbewahrt werden. Auch Hinweise auf bevorzugte Spazierwege, frühere Wohnorte oder häufig besuchte Plätze können hilfreich sein. Solche Informationen ermöglichen es den Einsatzkräften, die Suche schneller und gezielter zu organisieren. Das Mäppchen sollte aktuell gehalten und im Ernstfall leicht zugänglich sein.

3. Nicht nur auf den üblichen Wegen suchen

Wer eine vermisste Person sucht, denkt häufig zuerst an bekannte Spazierwege oder Orte, die sie regelmässig besucht. Diese Informationen sind wertvoll. Es können aber auch ungewöhnliche Aufenthaltsorte eine Rolle spielen. Deshalb sollten im direkten Wohnumfeld beispielsweise Gärten, Nebengebäude, offene Garagen oder andere zugängliche Bereiche berücksichtigt werden. Gefährliche Orte dürfen dabei nicht ungesichert betreten werden. Angehörige sollten ihre Beobachtungen und bereits kontrollierte Bereiche mit der Polizei abstimmen, damit Suchmassnahmen koordiniert erfolgen.

4. Hinweise aus der Bevölkerung sind wichtig

Passantinnen, Nachbarn und andere Personen können eine Vermisstensuche entscheidend unterstützen. Wer eine möglicherweise orientierungslose Person bemerkt, sollte ruhig und respektvoll reagieren. Bei einer konkreten Vermisstensuche können Beobachtungen zu Aufenthaltsort, Uhrzeit und Bewegungsrichtung wichtig sein. Solche Hinweise sollten der Polizei möglichst unmittelbar weitergegeben werden. Vermutungen oder unbestätigte Angaben sollten nicht als gesicherte Tatsachen verbreitet werden. Besonders hilfreich sind präzise Beobachtungen, die sich zeitlich und örtlich einordnen lassen.

5. So spricht man eine orientierungslose Person an

Wer einem älteren Menschen begegnet, der desorientiert oder hilfsbedürftig wirkt, sollte ihn ruhig und freundlich ansprechen. Hilfreich sind kurze, einfache Sätze und genügend Zeit für eine Antwort. Vermeiden Sie Vorwürfe und stellen Sie nicht mehrere komplizierte Fragen gleichzeitig. Erklären Sie, wer Sie sind, und fragen Sie, ob Unterstützung benötigt wird. Versuchen Sie nicht, die Person gegen ihren Willen festzuhalten, sofern keine unmittelbare Gefahr besteht. Bei Unsicherheit oder einer möglichen medizinischen Notlage sollten die zuständigen Einsatzkräfte verständigt werden.

6. Unterkühlung nicht unterschätzen

Wer bei tiefen Temperaturen längere Zeit im Freien bleibt, kann unterkühlen. Das Risiko steigt unter anderem bei Nässe, Wind, Erschöpfung und unzureichender Kleidung. Bei älteren Menschen können die Folgen besonders ernst sein. Warnzeichen können starkes Frieren, Zittern, Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit sein. Bei Verdacht auf eine Unterkühlung sollte der Rettungsdienst über 144 alarmiert werden. Bringen Sie die betroffene Person nach Möglichkeit vorsichtig an einen geschützten Ort, vermeiden Sie unnötige Bewegung und befolgen Sie die Anweisungen der Notrufzentrale. Eine starke Unterkühlung benötigt medizinische Versorgung.

7. Technische Hilfsmittel können ergänzend helfen

Je nach individueller Situation können ein gut lesbarer Notfallausweis, eine Kontaktkarte oder ein geeignetes Ortungsgerät zusätzliche Sicherheit bieten. Solche Hilfsmittel sollten gemeinsam mit der betroffenen Person und unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse ausgewählt werden. Technische Systeme haben jedoch Grenzen: Akkus können leer werden, Geräte können abgelegt werden und eine Standortübermittlung funktioniert nicht überall zuverlässig. Sie ersetzen deshalb weder persönliche Betreuung noch eine frühzeitige Vermisstmeldung bei der Polizei.

Gut zu wissen: In der Schweiz muss bei einer gefährdeten vermissten Person keine bestimmte Wartefrist verstreichen, bevor die Polizei verständigt werden darf. Gerade bei Menschen mit Demenz ist eine frühzeitige Meldung wichtig. Suchaktionen können je nach Lage mit Polizeipatrouillen, Suchhunden, Drohnen und weiteren Rettungsorganisationen durchgeführt werden. Welche Mittel eingesetzt werden, entscheiden die zuständigen Einsatzkräfte.

Praktischer Tipp: Angehörige und Betreuungspersonen sollten bereits im Voraus ein aktuelles Foto, eine Personenbeschreibung und wichtige Kontaktinformationen bereithalten. Notieren Sie vertraute Wege, häufig besuchte Orte und gesundheitlich relevante Angaben. Wird eine gefährdete Person vermisst, suchen Sie kurz das unmittelbare Umfeld ab und informieren Sie unverzüglich die Polizei über 117. Teilen Sie mit, welche Orte bereits kontrolliert wurden. Lassen Sie nach Möglichkeit jemanden am Wohnort zurück, falls die Person selbstständig zurückkehrt.

Weitere Informationen: Hinweise zu Vermisstensuchen, Zivilcourage und Sicherheit im Alltag finden Sie bei Polizeinews Prävention und auf Rettung.ch.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

Publireportagen